Chemie – Semesterprüfung

Alle acht Stoffgebiete des Beiblatts, aus dem Skriptum „Chemie Teil 2"

Auf einen Blick

15.09.
Prüfungstermin (Dienstag)
15–30
Minuten, mündlich
8
Stoffgebiete
Karteikarten zum Abfragen
GegenstandChemie, 8. Semester
GrundlageBeiblatt zum Semesterzeugnis vom 25.06.2026
QuelleSkriptum „Chemie Teil 2", Müller / Wartusch, Kapitel 7–10
VoraussetzungPositive Absolvierung nötig, um zur Matura antreten zu dürfen
Was das Beiblatt zusätzlich verlangt Die Basiskonzepte (Stoff-Teilchen, Struktur-Eigenschaft, Energie, Größen, Gleichgewicht, Donator-Akzeptor) und die chemische Fach- und Formelsprache müssen auf Aufgaben aus allen chemierelevanten Bereichen angewendet werden können. Sie werden nicht extra gefragt, sondern in jeder Antwort mitbewertet.

Zum Herunterladen

Anki-DeckChemie_Matura_Lernkarten.apkg — 112 Karten in 10 Decks
ZusammenfassungPDF, 20 Seiten — ausführlich mit Tabellen
SpickzettelPDF, 1 Seite — alles auf einer A4-Seite
KarteikartenPDF zum Ausschneiden — beidseitig drucken
PrüfungssimulationPDF, 10 Seiten — zum Abfragenlassen

0 · Fach- und Formelsprache

Die vier Formelarten

Summenformelnur Anzahl und Atomsorte — C3H8O
Strukturformelalle Bindungen einzeln, meist mit freien Elektronenpaaren
Halbstrukturformelin einer Zeile — H3C–CH2–CH2–OH
Strichformeljede Ecke und jedes Ende ist ein C, die H ergeben sich aus den fehlenden Bindungsarmen

Nomenklatur, in dieser Reihenfolge

  1. Die längste C-Kette bildet den Grundnamen — sie muss nicht gerade gezeichnet sein.
  2. Seitenketten: Anzahl C + „yl" (Methyl, Ethyl …).
  3. Gleiche Seitenketten bekommen einen Zähler: Di, Tri, Tetra, Penta.
  4. So nummerieren, dass möglichst kleine Zahlen entstehen; alphabetisch zuerst genannt wird Ethyl vor Methyl.
  5. Ringe bekommen „Cyclo" — dort zählt der Ring als Grundname.
Beispiel: 4-Ethyl-2,2-dimethyloctan

Isomerie

Kettenisomerieverzweigt gegen unverzweigt
E / ZReste auf der gleichen Seite = Z (zusammen), sonst E (entgegen)
Am Benzol1,2 ortho · 1,3 meta · 1,4 para
OptischC mit vier verschiedenen Resten → Enantiomere

Säure und Base als Donator-Akzeptor

1 · Siede- und Schmelzpunkte

Kernsatz Siede- und Schmelzpunkte hängen von der Masse und der Anziehung der Teilchen ab. Innerhalb einer Verbindungsklasse steigen sie mit der Masse. Ein Vergleich verschiedener Klassen ist nur bei ähnlicher Masse sinnvoll.

Die Kräfte, nach Stärke

Ionenbindungganze Ladungen — am stärksten
Wasserstoffbrückenur wenn H direkt an O, N oder F hängt
Dipol–DipolTeilladungen δ+ / δ– durch Elektronegativitätsunterschied
Dispersionkurzzeitige Dipole zwischen unpolaren Molekülen — am schwächsten

Die Reihung

Alkane < Alkene ≈ Ether < Aldehyde ≈ Ketone < Amine < Alkohole < Carbonsäuren < Amide

Das Beispiel aus dem Skriptum

Pentan · Alkan30 °C — nur Dispersion
Butanal · Aldehyd75 °C — Dipol über C=O
1-Butanol · Alkohol99 °C — H-Brücken
Propansäure · Säure141 °C — Dimere
Alle vier haben 72–74 g/mol — deshalb ist der Vergleich überhaupt zulässig. Beim Schmelzpunkt zählt zusätzlich die Packung im Kristall: symmetrische Moleküle packen dichter und schmelzen höher, obwohl sie tiefer sieden.

2 · Aminosäuren und Zwitterion

Kernsatz Die Aminosäure trägt eine Säure (COOH) und eine Base (NH2) im selben Molekül. Das Proton wandert intramolekular — sie liegt als Zwitterion vor und ist nach außen neutral.
+H3N–CHR–COO

pH-Abhängigkeit

stark sauer+H3N–CHR–COOH → Kation
neutral+H3N–CHR–COOZwitterion
stark basischH2N–CHR–COOAnion

Was daraus folgt

3 · Cracken und Verbrennen

Kernsatz Bei vollständiger Verbrennung entsteht immer CO2 und H2O. Beim Cracken werden aus langkettigen Alkanen kurzkettige Alkane und Alkene — Reaktionstyp Eliminierung.
2 C4H10 + 13 O2 → 8 CO2 + 10 H2O

Warum gecrackt wird

4 · Kunststoffe

Einteilung nach Eigenschaften

Elastomeregehen nach Verformung in die Ausgangsform zurück
Thermoplastelassen sich bei erhöhter Temperatur verformen
Duromerehart und nicht verformbar

Einteilung nach Herstellung

aus AlkenenDoppelbindung öffnet sich — kein Nebenprodukt
Polyadditionzwei funktionelle Gruppen — kein Nebenprodukt
Polykondensationzwei funktionelle Gruppen — Wasser wird abgespalten
Der Satz, auf den es ankommt Bei der Polymerisation bilden nur die Kohlenstoffe der Doppelbindung die durchgehende Kette. Bei der Polykondensation müssen beide Monomere zwei funktionelle Gruppen tragen, sonst bricht die Kette nach einem Schritt ab.

Die beiden Polykondensate

PolyesterDicarbonsäure + Diol → Esterbindung –CO–O– → PET, Getränkeflaschen
PolyamidDicarbonsäure + Diamin → Amidbindung –CO–NH– → Nylon PA 6.6 (je 6 C)
Proteine sind die Polyamide der Natur — dieselbe Amidbindung, dieselbe Kondensation. Alle Polykondensate lassen sich durch Hydrolyse wieder spalten.

Erkennen an der Kette

5 · Addition und Eliminierung

Kernsatz Die Rückreaktion einer Eliminierung ist eine Addition — beide bilden ein Gleichgewicht. Zwei Regeln, zwei Namen: Addition → Markownikow, Eliminierung → Saytzeff.

Die vier Grundtypen

AdditionA + B → C
SubstitutionA + B → C + D
EliminierungA → B + C
UmlagerungA → A (Keto-Enol-Tautomerie)

Elektrophil und nucleophil

Die Regeln

Markownikow — ist R1 ein Wasserstoff, geht dieses H an das C der Doppelbindung mit den meisten Wasserstoffen. Propen + HCl → hauptsächlich 2-Chlorpropan.
Saytzeff — es entsteht bevorzugt das Alken mit der verzweigteren Doppelbindung, also die, von der mehr Kohlenstoffe weggehen. 2-Butanol → hauptsächlich (E)- und (Z)-2-Buten.
Bei der Eliminierung werden ein negativierter Molekülteil (–Cl, –Br, –OH) und ein H vom Nachbarkohlenstoff abgespalten — dabei entsteht die Doppelbindung.
Benzol macht keine Addition, weil das energetisch sehr stabile aromatische System zerstört würde — es reagiert in elektrophiler Substitution.

6 · Acetale und Ketale

Kernsatz Zwei Schritte mit zwei verschiedenen Reaktionstypen: erst nucleophile Addition zum Halbacetal, dann Kondensation zum Acetal unter Wasserabspaltung.
Schritt 1Aldehyd + Alkohol → Halbacetal — nucleophile Addition, kein Nebenprodukt
Schritt 2Halbacetal + Alkohol → Acetal + Wasser — Kondensation
Beim KetonHalbketal, dann Ketal

Woran man sie erkennt

Halbacetalam selben C eine –OH und eine –OR
Acetalam selben C zwei –OR

Der Anwendungsfall: der Zuckerring

7 · Mono-, Di- und Polysaccharide

Kernsatz Kohlenhydrate haben die Form Cx(H2O)y, tragen –OH und C=O und enden auf „-ose". In Lösung liegen nur ca. 5 % offenkettig vor, der Rest als Ring.

Optische Aktivität

Ein Kohlenstoff mit vier verschiedenen Resten ist optisch aktiv — er kann die Schwingungsebene von Licht drehen. Die beiden Anordnungen verhalten sich wie Bild und Spiegelbild: Enantiomere.
Fischerrechts/links = vor die Ebene, oben/unten = dahinter, C=O nach oben; OH am vorletzten C rechts = D-Zucker
Haworthanomeres C rechts; α = OH nach unten, β = nach oben
MerkhilfenFischer rechts ⇒ Haworth unten · D-Zucker ⇒ letztes C oben

Die Beispiele

MonosaccharideGlucose, Fructose, Mannose, Galactose, Ribose
Saccharose1,2-α-D-Glu-β-D-Fru — Haushaltszucker
Maltose1,4-α-D-Glu-α-D-Glu — Malzzucker
Lactose1,4-β-D-Gal-D-Glu — Milchzucker
StärkeAmylose 1,4-α (25 %) + Amylopektin mit 1,6-Verzweigung je 25. Ring (75 %)
Glycogenwie Amylopektin, aber Verzweigung je 10. Ring — Muskel und Leber
Cellulose1,4-β-D-Glu — Gerüstmolekül der Pflanzen
Klassischer Prüfungspunkt Stärke und Cellulose bestehen beide nur aus Glucose — der einzige Unterschied ist α gegen β. Deshalb ist Stärke Nahrung und Cellulose ein unverdaulicher Ballaststoff: dem Menschen fehlt das Enzym für die β-Verknüpfung.

Eigenschaften

Oxidierbarkeit — der Benedict-Test

Getestet wird die Anwesenheit freier Aldehydfunktionen über ihre Oxidierbarkeit. Positiv: die blaue Lösung wird orange bis rot, es fällt rotes Cu2O aus. Benedict-Lösung ist eine basische Kupfer(II)-sulfat-Lösung mit Komplexbildner.
Glucosepositiv — freies anomeres C, Ring öffnet sich
Fructosepositiv — Ketogruppe lagert sich zur Aldehydgruppe um
Maltose, Lactosepositiv — ein anomeres C bleibt frei
Saccharosenegativ — 1,2-Verknüpfung, beide anomeren C gebunden

8 · Oxidation und Reduktion

Kernsatz In der organischen Chemie betrachtet man Redox auf drei Arten: Elektronen, Sauerstoff, Wasserstoff. Zugrunde liegt immer das Donator-Akzeptor-Konzept.
OxidationElektronen ab · ein O auf · zwei H ab
ReduktionElektronen auf · ein O ab · zwei H auf

Die Oxidationsreihe

prim. Alkohol ⇄ Aldehyd ⇄ Carbonsäure
sek. Alkohol ⇄ Keton
tert. Alkohol — nicht oxidierbar
Und die Definition dazu, die fast immer nachgefragt wird: primäre Alkohole haben kein oder ein C direkt am OH-tragenden Kohlenstoff, sekundäre zwei, tertiäre drei. Beim tertiären sitzt dort kein Wasserstoff mehr — deshalb können keine zwei H abgegeben werden.

Beispiele

Falls die klassische Redoxrechnung kommt

OxidationszahlenH +1 · O –2 (Peroxid –1) · Halogene –1; Summe = Ladung des Teilchens
  1. Edukt/Produkt-Paar anschreiben
  2. Reagierendes Teilchen multiplikativ ausgleichen
  3. Sauerstoffe mit H2O ausgleichen
  4. Wasserstoffe mit H+ ausgleichen
  5. Ladung mit Elektronen ausgleichen
Danach beide Halbgleichungen auf die gleiche Elektronenzahl bringen, addieren und kürzen — die Elektronen müssen sich vollständig herauskürzen.

Abfragen

Block wählen, Frage lesen, Antwort erst dann aufdecken. Die Karten sind dieselben wie im Anki-Deck.

Lade …

Die Brücken zwischen den Themen

Jede davon ist ein Satz, der zwei Stoffgebiete verbindet — damit punktet man mündlich.

2 → 1Zwitterionen sind quasi Salze — das erklärt die hohen Schmelzpunkte
3 → 5Cracken ist eine Eliminierung
4 → 2Proteine sind Polyamide — dieselbe Bindung wie im Nylon
6 → 5Halbacetal = Addition, Acetal = Kondensation
7 → 6Der Zuckerring ist ein Halbacetal, die Disaccharidbindung ein Vollacetal
7 → 8Benedict funktioniert über die Oxidation der Aldehydgruppe
3 → 8Verbrennung ist die vollständige Oxidation, CO2 die höchste Stufe des Kohlenstoffs